Bericht: Hämatom – Bestie der Freiheit – Turbinenhalle Oberhausen – 12.10.2018

Bericht: Hämatom – Bestie der Freiheit – Turbinenhalle Oberhausen – 12.10.2018

Das Jahr 2018 begann mit einem Aufschrei: Die vier maskierten Freaks von HÄMATOM ließen die „Bestie der Freiheit“ auf die Menschheit los. Mit sechs Release Shows, weit übers Land verteilt wurde die Ankunft der Bestie gebührend gefeiert. Die große Lücke die die Zeit vom Frühjahr bis zum Herbst offen lassen sollte wurde kurzerhand mit sechs weiteren Kick-Off Shows und einem eigenen Open-Air gefüllt. Doch nun steht die zweite Hälfte der Haupt-Tournee an und so heißt es erneut es ist  „Zeit für neue Hymnen“.

Mit im Gepäck haben HÄMATOM dieses mal die tschechischen Kollegen von DYMYTRY, mit denen die vier Himmelsrichtungen bereits so manches Konzert in östlicheren Gefilden gespielt haben – endlich kommen wir in Deutschland in den Genuss die Herren einmal Live zu erleben. Außerdem mit dabei sind die “Neulinge” von KAIZAA – einer Deutschrock-Band die Jahrzehnte an Erfahrung vereint und so richtig durchstarten will. Kurz nach Einlassbeginn war die kleine Turbinenhalle in Oberhausen bereits prall gefüllt und die Meute von angeheiterten und gut gelaunten Rockern machte ihrer Vorfreude auf den Abend gehörig Luft – so mancher Chor wurde von den Freaks zum Warm-Up angestimmt.

Der Opener des Abends sollte also kein zu hartes Kontrastprogramm liefern sondern in die gleiche Kerbe schlagen wie die Gastgeber. KAIZAA zeigten sich zwar immer stets bemüht, schafften es aber einfach nicht ihren sehr Punk und Poplastige Musik an die bereits vorhandene Menge zu bringen und die nötigte Konzertlaune zu konzentrieren.

Den Auftritt des Quartet kann man mit fug und recht als Grundsolide bezeichnen, wenn gleich auch leider nicht als mehr. Das Publikum zollte verhalten seinen Respekt, zumindest leerte sich der Saal nicht auffallend und auch ein wohlwollendes mitklatschen stellte sich, nach Aufforderung ein.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann auch direkt mit dem heimlichen Star des Abends weiter: DYMYTRY aus Tschechien betraten die Bühne um dem deutschen Publikum ihren selbstgenannten “Psy-Core”, im Grunde ein Sub-Genre unter dem großen Schirm des Melodic-Death-Metal, darzubieten.

Spätestens seit dem gemeinsamen Song „Behind the Mask“ – der Kollaboration zwischen DYMYTRY und HÄMATOM – sowie der Co-Headliner Tour der beiden Bands in Tschechien war klar das die Truppe aus Prag auch in Deutschland mit dabei sein sollte. Für die Band aus Prag ist diese Tournee die erste auf deutschen Gefilden. Wer das “Beast from the East” zum ersten mal hört wird von der schieren Energie, den schmetternden Riff und einer tiefen-rauen Stimme einfach nur weggeblasen. Das inzwischen obligatorische Schlagzeugsolo von Drummer Miloš Meier tut sein übrigens um das Publikum sprichwörtlich in die Wand zu prügeln. Die Krönung des Auftritts gab es dann in Form des “Ghostbusters“-Cover das die Stimmung ins unermessliche treibt – im Inneren sind wir doch alle nur verkappte 90ziger Fans…

Setliste

  1. With an Axe
  2. Barricades
  3. United we stand
  4. Monster
  5. Bass/Drum Solo
  6. Ghost Busters
  7. Hope
  8. Bless up
  9. TouchDown

Nach einer weiteren Pause in der die Helfer wie verrückt über die Bühne wuseln ging es dann auch nahtlos mit dem Hauptact des Abends weiter. Anders als bei den kuscheligen Kickoff-Shows wird wieder mehr aufgefahren. Die Bühne wird verhüllt, der dreigeteilte weiße versperrt die Sicht.

Dieses Mal gibt es aber keine ausgedehnten Schattenspiele. Stattdessen hing erst mal einfach der Vorhang da, es ertönt ein Grunzen. Das Grunzen der Bestie. Was folgt ist ein melodisches, inzwischen allgekanntes, Streicher-Intro – Die Melodie läutet die „Zeit für neue Hymnen“ ein. Der Vorhang fällt und gibt den Blick auf Nord, eingesperrt im Käfig, frei die wunderbare Metapher die die Textzeile “Woher die ganzen Zäune? Wir war’n wohl zu lang weg” greifbar macht. Den Backdrop ziert abermals das Albumcover – die Bestie – welche bedrohlich und wertend ihren Blick gen Band und Publikum gerichtet hat.

HÄMATOM knüppelten einen genialen Track nach dem anderes raus. Auch wenn es sich eigentlich um die „Bestie der Freiheit“ drehen sollte führte die fast zwei Stunden lange Show einmal quer Beet durch die beachtliche Bandgeschichte. Neben Songs wie „lange nicht perfekt“konnten sich die Freaks über Tracks der letzten Jahre wie „Eva“ oder das inzwischen obligatorische „Wir sind Gott“ freuen.

Bei „Ikarus Erben“ gibt es dann das Highlight der Show. Nord kündigt das Spektakel stolz mit den Worten „Crowdsurfen war gestern, jetzt ist Drumsurfen“ dran an. Süd hat ein Drumkit auf einer Platte verbaut und geht damit, auf den Händen der Freaks getragen, auf große Hallenrundfahrt.  Wenn man denkt das man so als gelernter Konzertgänger schon alles gesehen hat, denkt sich doch immer noch irgendwer was verrückteres aus.

Setliste

  1. Zeit für neue Hymnen
  2. Mein Leben
  3. Säulen des Wahnsinns
  4. Ich hasse dich zu lieben
  5. Tanz aus der Reihe
  6. Warum kann ich nicht glücklich sein?
  7. Fick das System
  8. Lauter
  9. Zur Hölle mit eurem Himmel
  10. Auge um Auge
  11. Made in Germany
  12. Wehleidige Monster
  13. Mörder
  14. Ikarus Erben
  15. Lichterloh
  16. Eva
  17. Lange nicht perfekt
  18. Todgesagt
  19. Alte Liebe rostet nicht
  20. Kids
  21. Wir sind Gott
  22. Behind the Mask
  23. Leck Mich!

Songverteilung

Bestie der Freiheit: 9
Wir sind Gott: 5
Others: 4
Keinzeitmensch: 2
Stay Kränk: 2
Wut: 1

Es war wieder einmal laut, dreckig und voller Körperkontakt. Der Song drückte dermaßen das man sich eigentlich wieder in die frühe Zeit von HÄMATOM zurückversetzt gefühlt hat – einfach nur genial. Man merkte das die Band immer mit Herzblut bei der Sache ist – ob jetzt in den Großen Hallen, mit schier endloser Pyro und Showelementen oder eben in kleinen Clubs, reduziert und aufs wichtige zurück besonnen: den Freaks vor und auf der Bühne!

Die verbleibenden zehn Termine der Haupttour führen die Jungs weiter quer durchs Land und in die größeren Hallen der Nation. Tickets für die Spektakel gibt es natürlich schon auf eventim.de sowie im Bandeigenen Shop.

Über den Autor

Markus Felix

👑 Betreiber • ✍️ Chefredakteur • 📷 Offizieller Fotograf und Person für alles bei PushingPixels.de

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