Bericht: Nightwish – Decades European – König-Pilsener-Arena Oberhausen – 09.11.2018

Bericht: Nightwish – Decades European – König-Pilsener-Arena Oberhausen – 09.11.2018

Eines der imposantesten Exporte Finnlands feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Inzwischen Urgesteine und Mitbegründer des modernen Symphonic Metal NIGHTWISH sind mit ihrem Best-of Album zur Welt-Tournee aufgebrochen und machen dabei auch direkt für neun Termine in Deutschland halt.

 

Als Opener des Abends haben die Symphoniker von NIGHTWISH keinen anderen als BEAST IN BLACK mit dabei, die ebenfalls finnische Formation rund um ex-BattleBeast Gitarrist Anton Kabanen. Auch wenn die Position als Einheizer bei besonders großen und, hand aufs Herz – immer noch, nischen-Haupt-Akts immer etwas holprig verlaufen kann schaffen es BEAST IN BLACK in ihren 45 Minuten Spielzeit das Wohnwollen des ein oder anderen Zuhörer zu gewinnen.

Selbst ordnet sich die Band im 80ziger Jahre inspiriertem Heavy-Metal Bereich ein dort können wir sie allerdings nicht so richtig sehen, eher in einem Brei aus Pop, Rock mit leichten Powermetal Ansätzen und vereinzelt, verirrten Synth-Einstreuungen. Was sich vielleicht abwertend liest ist gar nicht mal so negativ gemeint, der ganz eigene Stil mag zwar stellenweise den Eindruck von Metalkaraoke im Eurovision Song Contest Stil hinterlassen und von Klischees nur so überlaufen… okay BEAST IN BLACK hinterlassen dann doch einen fragenden Eindruck in den Gesichtern eingefleischter Metal Fans.

Am 08. Februar 2019 erscheint das zweite Album von BEAST IN BLACK mit dem Titel „From Hell with Love“, ob die Finnen damit ihrem Stil treu bleiben oder sich vielleicht doch mehr in die eine oder andere Richtung bewegen wird sich zeigen – wir sind auf jeden Fall gespannt. Im Anschluss zum Albumrelease wird es von der Truppe direkt eine ausgedehnte Tour, mit ebenfalls neun Terminen in Deutschland, geben (weiter Infos dazu in kürze bei uns).

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann auch nahtlos mit dem Hauptact des Abends weiter. Die Bühne erstrahlte in puristischem Antlitz, ein Drum-Riser, ein kleines Podest für Keyboards und symmetrisch aufgebaut ein weiteres welches Platz für einen Stuhl bot – dominiert wurde das Bühnenbild durch die riesige LED-Viedeowall welche sich in Elementen auch vor den Podesten wiederfindet. Ebenfalls puristisch breiten sich die wohlklingenden Töne einer Tin Whistle, gespielt von Troy Donockley, in der Arena aus und legen ein mystisch angehauchtes Klangbett für die folgenden zwei Stunden.

Zwanzig Songs, knapp zwei Stunden geballte Power, quer durch die Geschichte von NIGHTWISH umfasst die Setliste des Abends. Die Musiker präsentieren dabei immer wieder aufs neue ihre enormen musikalischen Qualitäten. Das NIGHTWISH in ihren mehr als zwei Jahrzehnten Bandgeschichte immer mal wieder Elemente der Neo-Klassik, dem klassisch gradlinigem Metal und aufwändig produzierten Filmmusik-Kompositionen als Inspiration zu ihren Songs kombiniert hat war nie ein Geheimnis. Nie zuvor wurden jedoch auch gerade die ruhigeren Lieder dieser Ära live aufgeführt.

Lieder wie das Traditional „Elvenjig“, das imposante „I Want My Tears Back“ oder auch die romantische Erzählung von „Devil & the Deep Dark Ocean“ machen die Jubiläumskonzerte zu einem ganz besonderen Erlebnis. Sei es Keyboarder und Bandchef Tuomas Holopainen, Bassist und Co-Sänger Marco Hietala oder Gitarrist Emppu Vuorinen man merkt die Spielfreude gerade bei den raren Titeln des Abends an, die Perfektion der Instrumentenbeherrschung tut ihr übrigens dazu das der Sound von NIGHTWISH breiter, ausgewogener und einfach fetter klingt als in den letzten Jahren.

Die zwei Stunden vergehen wie im Fluge und NIGHTWISH verabschieden sich nach dem 14 Jahre alten „Ghost Love Score“ in einem, von tosendem Applaus begleiteten, feuerroten Konfettiregen. Der Weg zum Parkplatz bestätigte die Vermutung der Band das die ausverkaufte Arena mit ihren 10.000 Plätzen nicht nur Menschen aus dem näheren Umfeld angezogen hat. Niederländisch, belgisch und sogar skandinavisch konnte man vernehmen und und so war die, mit einem leichten Augenzwinkern gestellte, Frage der Band ob „Oberhausen schon die kulturelle Hauptstadt in Europa [sei]?“ gar nicht mal so abwegig wie zuerst angenommen.

Setliste

  1. Dark Chest of Wonders
  2. Wish I Had an Angel
  3. 10th Man Down
  4. Come Cover Me
  5. Gethsemane
  6. Élan
  7. Sacrament of Wilderness
  8. Dead Boy’s Poem
  9. Elvenjig
  10. Elvenpath
  11. I Want My Tears Back
  12. Last Ride of the Day
  13. The Carpenter
  14. The Kinslayer
  15. Devil & the Deep Dark Ocean
  16. Nemo
  17. Slaying the Dreamer
  18. The Greatest Show on Earth
  19. Ghost Love Score

Songverteilung

Once: 4
Oceanborn: 3
Wishmaster: 3
Angels Fall First: 2
Endless Forms Most Beautiful: 2
Imaginaerum: 2
Century Child: 1
Over the Hills and Far Away: 1
Covers: 1

Über den Autor

Markus Felix

👑 Betreiber • ✍️ Chefredakteur • 📷 Offizieller Fotograf und Person für alles bei PushingPixels.de

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