Bericht: Schattenmann – Licht An Headliner Tour – Kulttempel Oberhausen – 27.10.2018

Bericht: Schattenmann – Licht An Headliner Tour – Kulttempel Oberhausen – 27.10.2018

„Kommt da überhaupt wer?“ – Diese Frage stellten sich Schattenmann wohl als es hieß, sie sollten nach den Support-Touren doch mal eine eigene Headliner-Tour starten. Dass tatsächlich jemand kommt und dazu auch noch mehrere jemande, zeigte das Konzert am 27.10.2018 im überaus gut gefüllten Kulttempel in Oberhausen. Schattenmann kamen auch nicht allein, sondern hatten sich Verstärkung in Person von Florian Grey mitgebracht.

Bereits gegen 15 Uhr standen die ersten Fans vor der Tür des Kulttempels, obwohl der Einlass erst um 19 Uhr angesetzt war. Und nach und nach wurde diese Schlange länger. Erst vor zwei Jahren erblickte Schattenmann das Licht dieser Welt. Erst im März diesen Jahren veröffentlichten sie ihr Debütalbum „Licht an“. Und trotz dieser jungen Bandgeschichte haben sie sich bereits eine treue Fangemeinde sichern können. Für die, die Schattenmann noch nicht so gut kannten, sollte dieser Abend eine Erleuchtung werden: die Jungs lieferten eine mitreißende Show ab, die einfach beeindrucken musste.

Doch von Beginn an: der Einlass um 19 Uhr ging etwas langsam vor sich. Schließlich musste die gesamte Masse an Menschen an Security und Karten-Kontrolle erst einmal vorbei. Die ersten rannten dann direkt zur Bühne, um sich die besten Plätze zu sichern, während sich andere erst noch am Merch umschauten und mit Getränken versorgten. Um 19:30 Uhr betrat dann Florian Grey die Bühne. Florian ist schon fast ein alter Hase im Musikgeschäft, seit 2013 ist er als Solokünstler unterwegs. Bereits zwei veröffentlichte Alben, Support- und eigene Headliner-Touren machten ihn in der Szene bekannt und beliebt. Und nun unterstützt er die junge Band Schattenmann als Support. Seinen Bassisten Simon hatte er in Oberhausen allerdings nicht dabei, der ist nämlich gerade Vater geworden und wurde von Pika Dias ersetzt. Showmäßig weiß Florian Grey genau, wie er das Publikum begeistern kann. Und auch wenn sich die Stile der beiden Bands des Abends doch etwas unterscheiden, so wurde der sympathische Musiker doch auch gebührend gefeiert. Und ein paar textsichere Fans waren auch zu finden, die Songs wie „Bluecifer“ mitsingen konnten. Nach ca. 30 min endete zwar das Set von Florian Grey, passenderweise mit dem Song „The end“, die Stimmung aber war auf einem Hochpunkt.

Set-List Florian Grey

  • Relief
  • My Babylon
  • Growing Colder
  • My Fear
  • Laudanum
  • Blood in a Shell
  • Bluecifer
  • Until we go
  • The End

Nach kurzem Umbau dann eine kleine Überraschung: völlig ohne Ankündigung, vollkommen kommentarlos betrat Frank Herzig mit einer Gitarre die dunkle Bühne. Die Spots richteten sich auf ihn, die Menge verstummte, die ersten Gitarrenklänge ertönten und Frank legte eine Gänsehaut-Version von „Gekentert“ hin, die auch den letzten Kritiker seiner Gesangskünste etwas sprachlos machte. So kommentarlos, wie er die Bühne betreten hatte, verließ er sie auch wieder und ließ sein Publikum zwar geflasht doch auch etwas verwundert zurück.

Ein paar Minuten später hatte dieser Spuk zum Glück ein Ende: die Schattenmänner kamen auf die Bühne und brannten sie von Song eins an nieder. Das Publikum war vom ersten Moment, vom ersten Klang an direkt mit dabei, zeigte seine Textsicherheit und feierte die Jungs mit jedem Atemzug. Diese hatten sichtlich Spass auf der Bühne. Neben ihrem Schwarzlicht-Make-Up hatten sie auch noch ein bisschen mehr Spielzeug dabei: eine „Lametta-Kanone“ für den Song 9mm, eine rauchende, leuchtende Kettensäge bei „Amok“ und Vendetta-Masken. Und jede Menge Sympathie und Humor. So fragte Frank beispielsweise, ob doch ein „Mitgeschleppter“ da sein, jemand der eigentlich was anderes vorhatte („z.B. zu Powerwolf nach gegenüber zu gehen“), aber überredet oder gezwungen wurde, zu Schattenmann zu kommen. Und tatsächlich meldeten sich ein paar Leute. Wie Luise, die zum ersten Mal auf einem Konzert war, dann von Dirty Harry eine Führung im Backstage bekam und anschließend in die Show integriert wurde. Während es bei „Gekentert“ dann ein Lichtermeer aus Handy-Lichtern und Feuerzeugen gab, wurde bei „Krieger des Lichts“ ordentlich mitgesungen (bei allen anderen Songs auch, aber bei diesem durften sie ganz alleine). Schließlich war es Zeit für eine Premiere. Schattenmann hatten schließlich versprochen, dass es auch noch was neues, unveröffentlichtes zu Hören geben werde. Da sie aber ja auch schon in Berlin gespielt hatten, und es da auch schon was Neues gab, musste es ja nun was noch neueres geben. Das war dann „Ruf“, der in Oberhausen Premiere feierte und vom Publikum regelrecht aufgesogen wurde. Und weil man gerade dabei war, legte man mit „EP“ direkt noch einen neuen Song nach, bevor mit „Generation Sex“ ein absoluter Kracher den Kulttempel zum Beben brachte. Einen dritten neuen Song hatten Schattenmann mit „KddW“ auch noch dabei, der die Zugabe einleitete. Mit „Zahn der Zeit“ endete schließlich dieses beeindruckende Konzert, dass die Fans mehr als glücklich zurück ließ.

Set-List Schattenmann

  • Schattenmann
  • Rot
  • 9mm
  • Brennendes Eis
  • Böser Mann
  • Gekentert
  • Krieger des Lichts
  • Ruf
  • EP
  • Generation Sex
  • AMOK
  • Licht an
  • Trümmer und Staub
  • KddW
  • Zahn der Zeit

Kann man dem Debütalbum von Schattenmann noch vorwerfen, es wäre nichts besonderes, nichts neues im NDH-Bereich, so kann man an der Live-Show kaum mänkeln: die Jungs legten eine begeisternde Leistung hin, die ihnen unter den „Mitgeschleppten“ sicher neue Fans einbrachten. Und zudem machte diese Show Lust auf mehr: ab November sind Schattenmann mit Feuerschwanz auf Tour und im Februar geht es dann richtig los mit der „Licht an“ Tour. Ein Besuch lohnt sich.

Über den Autor

Nina Hermes

📷 Fotografin: Amselblick

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  • 2. Sucker - Jonas Brothers
  • 3. Wow. - Post Malone
  • 4. Sunflower (Spider-Man: Into the Spider-Verse) - Post Malone & Swae Lee
  • 5. You Say - Lauren Daigle
  • 6. Sweet but Psycho - Ava Max
  • 7. Dancing with a Stranger - Sam Smith & Normani
  • 8. I Don’t Belong in This Club - Why Don't We & Macklemore
  • 9. Beautiful Crazy - Luke Combs
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