Bericht: Lord of the Lost – Thornstar Tour – Kubana Siegburg – 28.03.2019

Bericht: Lord of the Lost – Thornstar Tour – Kubana Siegburg – 28.03.2019

Wenn es am Schönsten ist … – … dann kann man auch gleich weiter machen. So oder so ähnlich müssen sich das Lord of the Lost gedacht haben, als sie ihre eh schon sehr lange Thornstar-Tour einfach mal um einen zweiten Block mit diversen Konzerten in Deutschland erweiterten. Das besondere an diesem zweiten Block: die Clubs sind kleiner, die Nähe zu den Fans noch größer und dadurch ist irgendwie alles noch familiärer. Davon konnte man sich am 28.03.2019 im Kubana in Siegburg selbst überzeugen.

Das Kubana ist zwar nicht winzig, aber doch relativ klein. Und somit recht kuschlig. Aufgrund der Größe des Clubs sind dann natürlich auch Abmessungen der Bühne etwas geringer als bei der ersten Deutschland-Runde. Lord of the Lost wussten sich aber zu helfen: Schlagzeug und der Gared-Bereich waren erhöht im hinteren Teil der Bühne aufgebaut. Das bedeutete für den Support Hell Boulevard aber auch, dass deren Schlagzeug fast ins Publikum fiel. Spoiler vorab: ist erstens nicht passiert und zweitens war die Bühnenaufteilung so wunderbar.

Das Tolle am Kubana: man kann drinnen warten. Bzw. erst noch mal eben was essen und trinken im Restaurant, bevor man sich in die Besucherschlange einreiht. Diese hielt sich pünktlich um 19 Uhr noch etwas in Grenzen. Was wahrscheinlich auch mit dem Berufsverkehr an diesem Donnerstag Abend zu tun hatte. Dennoch füllte sich der Club zusehends, aber ohne dass man sich gegenseitig auf die Füße treten musste. Schulter an Schulter zwar, aber mit noch ein paar Millimetern Luft dazwischen. Also für die Zuschauer optimale Bedingungen (nur die Fotografen haben es ein wenig schwerer, da erstens kein Fotograben und zweitens eben nicht viel Platz). Bis 20 Uhr hatte man Zeit sich einen geeigneten Platz zu suchen und sich auf das kommende vorzubereiten. Schließlich wusste man ja schon vom ersten Block: Lord of the Lost kommen mit einem 2-stündigen Set.

Bericht: Lord of the Lost - Thornstar Tour - Kubana Siegburg - 28.03.2019

Zunächst war aber die Support-Band an der Reihe. Wie man es mittlerweile schon von Chris Harms kannte ließ er es sich nicht nehmen, die Support-Band selbst vorzustellen. Nach einem kleinen Intro: der aufmerksame Fan hatte ja die Veröffentlichung des Lorley-Videos mitbekommen. Ebenso kam man nicht darum herum, die teils doch recht lächerlichen Kommentare zu diesem Video zu bestaunen. Und Lord of the Lost wäre nicht sie selbst, nähmen sie das nicht mit Humor: der bescheuertste, lächerlichste und blödeste Kommentar wurde direkt verwertet und so kam es zum Druck des T-Shirts „Lord of the super super gay ninja“, das innerhalb kürzester Zeit vollständig vergriffen war. Ein Shirt hatte Chris noch dabei und warf es ins Publikum, auf das es jemandem gehören möge, der in das XL-Shirt passte (und ja, es fand direkt einen neuen Besitzer). Dann aber kam er auf seinen Support Hell Boulevard, die auch schon auf der Bühne standen. Chris beeilte sich darum auch ein wenig und überließ den Jungs das Feld.

Und die nutzen das hervorragend aus. Während Sänger vDiva die männlichen Zuschauer begeistert und die weiblichen um den Finger wickelt, liefern Hangman am Schlagzeug, Von Marengo an der Gitarre und Dee Dammers am Bass eine abwechslungsreiche Show ab. Vor allem Von Marengo legt sich ordentlich ins Zeug und spielt regelrecht mit dem Publikum. Aber auch musikalisch haben die Gothic Rocker einiges zu bieten. Neben eigenen Songs wie „Bitch next Door“ und „Love is Dead“ hauen sie auch einfach mal ein Cover von Britney Spears‘ „Hit me Baby one more time“ raus, das direkt begeistert. Ruhiger wurde es bei „Dead Valentine“ aber insgesamt war das 40minütige Set von kraftvollen und mitreißenden Songs gespickt. Abgeschlossen wurde es mit dem ersten Song der Jungs: „Hangover from Hell“ wurde vom Publikum noch mal ordentlich gefeiert bevor Hell Boulevard schließlich die Bühne verließen.

Kurz und schnell ging dann der Umbau vonstatten. Innerhalb von nur 20 Minuten verschwanden die Instrumente von Hell Boulevard und wurden Schlagzeug und die Gared-Area von Lord of the Lost enthüllt. Es lag eine spürbare, nahezu greifbare Spannung in der Luft, denn schließlich war man in erster Linie für die nun folgenden Jungs hier her gekommen. Und man sollte nicht enttäuscht werden.

Bericht: Lord of the Lost - Thornstar Tour - Kubana Siegburg - 28.03.2019

Nachdem Niklas und Gared recht ruhig und fast unbemerkt ihre Plätze eingenommen hatten, hauten Lord of the Lost ihren Fans direkt richtige Kracher um die Ohren: „Loreley“, „Full Metal Whore“ und „Morgana“ eröffneten das Set und ließen die Stimmung direkt in Höhe schnellen. Obwohl viele, wie man vom Tourtitel erahnen kann, Songs von Thornstar vertreten waren, gab es auch das ein oder andere Stück von einem anderen. So konnte man sich z.B. auch über „Drag me to hell“, „Seven days of anavrin“ und “Six feet underground” freuen. Und auch der Humor darf auf einem Konzert nicht fehlen. So meinte Chris bei der Bastelei an seinem Head-Set, sein Walkman wäre ihm abgegangen, er würde ja gerne zwischendurch auf einem Konzert Musik hören. Von dem Ruf „Wir auch“ aus dem Publikum war er dann doch kurz verblüfft und musste über diese Schlagfertigkeit kurz lachen. Zwischen den einzelnen Songs war Chris zwar nicht sehr gesprächig, wenn er sich dann aber direkt an das Publikum wandte gab es auch definitiv etwas zu Lachen (und wenn er nur noch mal sicher ging, dass das Tshirt auch wirklich einen neuen Besitzer gefunden hatte).

Ein Highlight des Abends war ein ruhiges: nach „Six feet underground“ spielte zwar die Band weiter, Chris verließ aber die Bühne und es fand ein kleiner Umbau statt. Ein Piano fand seinen Weg in den vorderen Bereich der Bühne und Chris selbst nahm daran Platz. Nach einer kleiner Unsicherheit, ob er denn überhaupt gleichzeitig spielen und moderieren könne (als ob irgendwer daran zweifeln würde) stimmte er „Sooner or later“ an. Im Verlauf des Songs kam dann Gared dazu und es gab ein Doppel am Piano. Schließlich übernahm Gared ganz und das Gänsehaut-Feeling von „Sooner or later“ ging nahtlos in die Hymne „Credo“ über.

Als geneigter Fan weiß man: auch bei Lord of the Lost darf ein Cover-Song nicht fehlen. Auf diesem Tourblock ist das „It’s a sin“ von den Pet Shop Boys in einer wunderbaren Gothic Rock Version, das vom Publikum, wie auch alle Songs, lautstark mitgesungen wird. Ein bisschen Sport gab es dann noch in Form von Sprungeinlagen bei „Blood for Blood“, bevor es gnadenlos dem Ende des Konzerts entgegen ging. Auch wenn man es gerne verhindert, hinausgezögert und verdrängt hätte: Auch dieses Konzert musste irgendwann beendet werden. Das aber dann wenigstens noch mit zwei Krachern. Denn erst kam mit „La Bomba“ ein kleiner Publikumsliebling, bevor sich Lord of the Lost im Lichtermeer vieler Handy-Taschenlampen mit dem Song „Lighthouse“ verabschiedeten.

Set-List Lord of the Lost

  • Loreley
  • Full Metal Whore
  • Morgana
  • Afterlife
  • Drag me to hell
  • Black Halo
  • In your hands
  • Voodoo Doll
  • Under the Sun
  • Seven days of anavrin
  • Haythor
  • In Darkness, in Light
  • Prison
  • Six feet underground
  • Sooner or later / Credo
  • It’s a sin
  • Blood for Blood
  • Doomsday Disco
  • Die Tomorrow
  • La Bomba
  • Lighthouse

Also von der Bühne, denn Chris wies extra noch darauf hin, dass die Jungs nach ein paar Minuten noch raus kommen würden. Und nur etwa 20 Minuten nach Ende des Konzerts kamen dann auch alle fünf noch zu ihren Fans (Hell Boulevard natürlich auch) und nahmen sich Zeit für Autogramme, Bilder und kurze Gespräche.

Es ist das Gesamtpaket von Chris‘ Begrüßung über die grandiosen Shows bis hin zu diesen After-Concert Ereignissen, die Konzerte von Lord of the Lost zu einem besonderen Abend machen. Und es sind auch die Fans, die diese Abende prägen, denn sie sind von Anfang bis Ende, von Support bis zum Liebling, vom ersten bis zum letzten Song mit Herzblut dabei, singen und jubeln wie sie nur können und feiern ihre Bands mit viel Respekt und Liebe. Und das ist immer wieder einen Besuch wert.

Noch nicht genug gesehen?

Alle Galerien des Abends findet ihr, wie immer, in unserem Archiv. Wir können euch nur wärmstens ans Herz legen da mal durchzuschauen.

Über den Autor

Nina Hermes

📷 Fotografin: Amselblick